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Geschichte und Entwicklung der Pluggendorfer Schützengesellschaft von 1810

 

muensteralt.JPG (25900 Byte)

 

Als sich im Jahre 1810 die Pluggendorfer Bürger zu der Schützengesellschaft zusammenschlossen, lagen die Gründungen der ersten deutschen Schützenvereine bekanntlich einige Jahrhunderte zurück. Die Pluggendorfer Schützen können aber sicher noch mit Recht ihre Schützengesellschaft zu den älteren und traditionsreichen Schützengesellschaften zählen.

Manches liegt im Dunkeln; man weiß nur, daß Kriege, Mißernten und die Ausbeutung der Bürger schwer auf ihren Schultern lasteten. Hier sollen aber die Motive umschrieben werden, die die Gründer zu ihrem damaligen Schritt bewogen haben.

Sicher gab es zu dieser Zeit auch die eigenen Interessen wahrzunehmen, denn Mühlen und viele gärtnerische Anlagen, die dem eigenen Broterwerb dienten, galt es zu schützen. So kam ihnen zunächst der "amtliche" Auftrag sicher recht.

Aus der Chronik zum 100-jährlichen Bestehen ist dazu festgehalten, daß am 14.11.1806 auf Grund eines französischen Dekrets angeordnet wurde, eine Bürgergarde zu bilden, die dann mit "amtlichen" Aufgaben betraut wurden.

Das Besitzergreifungsdekret der französischen Nationalgarde vom 14.11.1806 lautete (Auszug):

"Alle Bürger unter 60 Jahren haben sich einem der Bataillonen Ludgeri, Überwasser-Jüdefeld, Aegidii, Lamberti oder Martini anzuschließen, nur die Beamten, Domkapitulare und Ritterschaftsmitglieder sind davon befreit."

(Auszug aus 100 Jahre Pluggendorfer Schützengesellschaft)

Der, wie es heißt, erst mit Vergnügen verrichtete Dienst, wurde schon bald als drückend empfunden, da man zunächst die Besetzung aus anderer Sicht freudig begrüßte, später aber die wahren Absichten entdeckte. Daraus ergab sich bald ein enger kameradschaftlicher Zusammenhalt der Schützen, der gleichzeitig das Gefühl der Brüderlichkeit untereinander weckte. Die so zu Schützenbrüdern gewordenen gründeten die "Schützengesellschaft", um so in Verbundenheit einmal im Jahr nach einer alten Aufzeichnung:

"drei tage mit weib und kind lustig zu seindt".

Für Pluggendorf, das nach Schleifung der Festung (Niederlegung der Stadtmauern und Tore im Jahre 1767) bis zur Franzosenzeit sich schon zu einer Ansiedlung in der Größe eines kleinen Dorfes entwickelt hatte, war die "Lamberti-Münster-Geist-Schützengesellschaft" zuständig (d.h. Lamberti außerhalb der Stadt). Diese Schützengesellschaft wurde nach den Aufzeichnungen im Protokollbuch im Jahre 1810 gegründet (aus 100 Jahre Pluggendorfer Schützengesellschaft). Der bewährte Name "Pluggendorfer Schützengesellschaft" wurde erst nach 1860 angenommen. Da der Standort der Gesellschaft vor den "Toren" der Altstadt gelegen war und man politisch zur Gemeinde St.Lamberti gehörte, entstand der Bezug zu St. Lamberti. Bis zur Geist hin wohnten die eigenen Mitglieder, denn eine Schützengesellschaft gab es zu dieser Zeit dort noch nicht. Die Schützengesellschaft hat unter Einbeziehung des Zeitabschnittes, während der die Schützen zum Wachdienst abkommandiert wurden, sicher ein noch höheres Alter. Der erste Kontakt der Pluggendorfer Schützen ergab sich eigentlich schon durch den gemeinsam durchgeführten Dienst in Folge der französischen Verordnung vom 14.11.1806. Es ist daher näher anzunehmen, daß durch den verpflichtenden Einsatz der Schützen und die sich mehr und mehr zuspitzenden Probleme, eine umfassende Vereinstätigkeit während dieser Zeit nicht möglich war. Eine Schützengesellschaft, entsprechend dem Brauchtum, war man ja auch erst, nachdem man das erste Vogelschießen durchgeführt und unter offizieller Anteilnahme aller der erste König proklamiert wurde.

Dieser erste König war der Mühlenbesitzer B. Pennekamp (Pennekampsmühle). Er erwählte sich Fräulein Buske zur Königin, ein Ereignis, das im Jahre 1860, dem Jahre der Feier des 50-jährigen Bestehens, noch einmal gewürdigt wurde.

Der Ausspruch "drei Tage mit Weib und Kind lustig zu sein", ist vom Grundsatz her eine zur Vereinsgeschichte hin bedeutende Aussage. Die Schützengesellschaft war also eine allgemeine für jeden Bürger zugängliche Gemeinschaft. Sicher gab es für jeden Eintrittswilligen gewisse Regeln zu beachten. In einem waren sich die Schützenvereine einig und beharrlich, denn nur Männer konnten Mitglied werden.

Einmal im Jahr drei Tage zu feiern zeigt wohl auch, daß es die sogenannte "gute alte Zeit" nicht gegeben hat, denn man mußte schwer und viele Stunden am Tag arbeiten, dazu war der größte Teil der Bürger in einer abhängigen Arbeit tätig. Doch einmal im Jahr wollten man dem Alltag für eine längere Zeit entrinnen. Es klingt wie ein feierliches Bekenntnis. Da Not verbindet, ist der so feste kameradschaftliche Zusammenhalt der Gesellschaftsmitglieder bis zur "gemeinsamen Selbsthilfe" gut zu erstehen. Alles wurde sicher auch die äußeren Umstände stark beeinflußt. Man war nicht frei! Doch ebenso wie man die Vorzüge der Soldaten und gewisser Stände hinnahm, fand man zunächst keinen Widerspruch in den Privilegien von Besitz und Macht zur eigenen erbrachten Leistung. Man hatte sich an die persönlichen, wenn auch oft nicht guten Verhältnisse gewöhnt. Erst als man sich in seinen Rechten beeinflußt und in seiner Lebensweise gekränkt sah, war man nicht mehr so gleichgültig gegen die von außen aufgezwungenen Abhängigkeit zur Besatzungsmacht.

Die vorliegende Schrift zum 100-jährigen Bestehen der Gesellschaft ergänzt die hier wiedergegebene Betrachtungsweise der Verhältnisse während der jungen Jahre der Schützengesellschaft noch erheblich, auch hinsichtlich der radikalen Änderung eigenen Rechtes durch die fremde Gesetzgebung. Darum soll dies nicht weiterhin Gegenstand der Schilderung der Entstehungsgeschichte der Gesellschaft sein.

Inzwischen verließen die Besatzungstruppen Münster. Man schrieb den 04.11.1813. Nach Jahren der Unzufriedenheit erhofften sich auch die Schützen eine Epoche der Freiheit und des stetigen Lebenswertes. Dies auch bezogen auf das Wirken der eigenen Gesellschaft. Es sollte aber noch bis zum Jahre 1816 dauern, bis wieder um die Königswürde gerungen wurde. Über das Fest selber und die Mitfeiernden gibt das Protokoll keine Auskunft, aber daß unter großer Freude wegen der vorhergegangenen Unlust an öffentlichen Feiern des Schützenfestes begangen wurde, wird ausdrücklich bestätigt.

Die Könige der Gesellschaft waren Mühlenbesitzer, Gärtner (große Gärtnereien gab es in und um Pluggendorf), selbständige Handwerker, Kaufleute und Wirte. Letzere Gruppe stellte viele Könige und ließ sich auch nicht leicht in ihrem Wirken zum Wohle der Gesellschaft übertreffen.

Wer konnte sich aber in den Jahren neben dem so wichtigen Lebensunterhalt noch einen Wirtsbesuch leisten? Doch vergessen wir nicht, waren doch die "Schenkwirtschaften" oder "Ausspannwirtschaften" oft nur die einzigen Begegnungsstätten im "Viertel". Manche Neuigkeiten gab es zu hören, und manchmal wurde auch "richtig Politik" gemacht. Hier hatten die Handwerkergilden und Schützen ihre Heimstatt. Besonders die Schützen nutzten sie als Plattform ihres Wirkens.

Den Zeitverhältnissen entsprechend entledigten sich die Schützengesellschaften ihrer bisherigen Aufgabe. Das gesellschaftliche Leben rückte in den Vordergrund.

 

Zum Schützenfest im Jahre 1816 sagt die Chronik:

"Die Schützengesellschaft scheint zur damaligen Zeit noch keine durch ein Statut festgelegte Gesellschaft zu sein, denn es finden sich in alten Aufzeichnungen zunächst nur Verhaltensmaßregeln.

Die Verhaltens-Maßregeln aus dem Jahre 1816

1tens überhaubts einen jeden sich ruhig zu betragen anbefohlen wird.

2tens keinen schütze Brüderen zu tuschieren noch das geringste vorzuwerfen.

3tens ist es einen jeden erlaubt, nach appetit zu trinken, sich nicht zu übernehmen, voraus dann am ersten die stänkereien entstehen.

4tens soll in dem tantzen dem herkommen nach die ordnung gehalten werden.

5tens soll ein jeder sich also bürgerlich und honet betragen, wie es einen brafen Bürger zusteht.

6tens die Junggesellen betreffent wird diesen besonders die Ehrbarkeit und eingetzogenheit recommandiret, um die gelegenheit der zänkerey und bösen Lastern zu vermeiden, auch dass sie sich mit den datzen in acht nehmen und die alten Brüdern auch mit dantzelassen.

(Auszug aus 100 Jahre Pluggendorfer Schützengesellschaft)

 

Dem förderlich war auch die allmähliche Annäherung zwischen den wohlhabenden und anderen Bürgern. Der ländliche Charakter hier in Pluggendorf (vor der eigentlichen Stadt Münster liegend) mit seinen Mühlen und nur schwach besetzt mit Handwerkereien und Kleinbetrieben, bewirkte ein noch besseres Miteinander als anderswo. Erfreulich zu diesem ist auch die Feststellung, daß sich um die Königswürde in den Anfangsjahren nur "waschechte" Pluggendorfer Bürgersöhne mit angesehenen Berufen stritten.

Dem Charakter des Schützenwesens entsprach es, daß die Führung des Schützenvereins (das Kommando) gleichsam der dem Militär entliehenden Rangordnung unterlag. So war es überhaupt wichtig, wer die Königswürde übernahm. Die Regierungszeit dauerte 5 Jahre und erst dann wurde wieder ein neuer König ermittelt. Dem Königsschießen mußte ein auf der Vogelstange befestigter schmucker "Reichsadler"  mit Insignien Tribut zollen.

Gründe, das Schützenfest damals nicht jährlich zu feiern, gab es wahrlich genug. Waren es zunächst die als "unfrei" geltenden Lebensbedingungen durch die Besatzung, so waren es später die periodisch auftretenden Wirtschaftskrisen und oftmals schlechten Ernten. Daß das gesellige Vereinsleben nicht zu kurz kam, besagen, wie es damals hieß, sogenannte "Lustbarkeiten". Der Schütze wurde verständigt, "da zu erscheinen, wo die Lustbarkeit ist".

Die so durchweg fünfjährigen Regentenzeiten wurden erst im Jahre 1834 unterbrochen und enden dann 1839. Im daran anschließenden Jahr 1840 wird mit Bedauern festgestellt: "In diesem Jahr wurde nicht gefeiert, denn es war ein Jahr der Teuerung."

Schon vor der geschilderten wirtschaftlichen Situation gab es Querelen mit den herrschenden Preußen. Diesen waren die Schützen zu "wehrhaft" und die Beliebtheit bei den Bürgern ein Dorn im Auge. Die Versuche, sich einzumischen, hielten länger an, auch manche Schikane wurde angewandt. Es kam sogar soweit, daß sich der Provinziallandtag von Westfalen damit befaßte. Sicher wurde von den "Oberen" geschickt taktiert, denn die Chronik verrät zunächst keine direkte Unzufriedenheit, man bezieht sich auf Münster: "Nach Beendigung der französischen Herrschaft, ging Münster einer ruhigen und steten Aufwärtsentwicklung entgegen."

Ab 1841 haben alle nachfolgenden Schützenfeste (außer während der großen Krisenzeiten) einen festen Platz im Jahresprogramm der Gesellschaft. Indes, zu diesem Zeitpunkt erfolgte auch eine Änderung der Maßregeln. Auf Beschluß der Mitglieder wurde das Vogelschießen zur Ermittlung des Königs fallen gelassen, zugunsten des Scheibenschießens. Der Änderung vorausgegangen war eine anhaltende und deftige Meinungsäußerung innerhalb der gesamten Gesellschaft. Nicht wenige Schützen sahen ihre Bedenken in dem nunmehrigen Wegfall der Originalität und der beliebten Zeremonien, die das Vogelschießen gerade auch für fremde Besucher so anziehend gemacht hatte.

Es waren Zeiten, in denen man mit der Einführung neuerer Methoden das Brauchtum gefährdet sah, trotz Bewahrung größtmöglicher konservativer Grundsätze. Die Zweifel lagen in den äußeren Verhältnissen begründet. Doch mit der Änderung des Schießens ging es wohl mehr noch um den Einklang mit den der Stadt zugehörenden, oftmals auch älteren Gesellschaften Münsters. Aufschluß gibt ein früherer Hinweis mit der Anmerkung: "Als für die Schützen Münsters noch echter Dienst zu verrichten war, hatten sie ihre Schießstände und das Übungsgelände am Schützenwall."

Hiernach vergehen zunächst einmal wieder Jahre der Ruhe, bis eine erneut aufkommende Unzufriedenheit in der Bevölkerung auch auf das so friedvolle Schützenleben Einfluß nahm. Eingebettet in die äußeren Umstände sollte es zwischen 1845 bis 1850 wieder fünf Jahre dauern bis das nächste Schützenfest mit Königsschießen finden konnte. In der Zwischenzeit war es sogar wegen der Märzunruhen des Jahres 1848 erneut zur Bildung von Bürgergarden gekommen. Diese wurden eingesetzt durch das Magistrat der Stadt Münster. Ob sich auch Pluggendorfer Schützen hieran beteiligten ist nicht feststellbar. Bekanntlich gehörte der sich um die Altstadt Münster befindliche Landstreifen, genannt Pluggendorf, damals zur politischen Gemeinde St. Lamberti, dessen Laischaft zur Aufrechterhaltung der Ordnung mit herangezogen worden war.

Die auch durch die sozialen Gegensätze sich verschärfende Situation traf auch das Schützenwesen. Die zu wählenden leitenden Offiziere waren nur aus den repräsentativen, gut situierten Kreisen ausgewählt. Doch allmählich trat auch wieder Ruhe ein, wenngleich ein gewisses Unbehagen zunächst bestehen blieb. Da es aber nur politische Art war, setzte man sich bald darüber hinweg. Es blieb die Kameradschaft innerhalb der eigenen Gesellschaft; und das war auch das, was zählt.

Florierendes Vereinsleben und die Solidarität der Schützen untereinander ließen bald auf ein stetig steigendes Interesse der Pluggendorfer Bürger an die so geschlossen auftretende Schützengesellschaft schließen. Mit großer Freude verzeichnete man bereits im Jahre 1859 in Anbetracht des in zwei Jahren stattfindenden Jubelfestes zum 50-jährigen Bestehen einen Anstieg der Mitgliederzahlen.

Erstmalig wird in der Geschichte der Gesellschaft im Jahre 1859 eine zur Durchführung gekommene Generalversammlung erwähnt. "Die Generalversammlung hat beschlossen" heißt es "das Schützenfest am 22. August zu feiern.". Gewirtschaftet wurde auch nicht schlecht, denn seit 1858 wurde für das Jubelfest im Jahre 1860 gespart. Wir lesen interessanterweise, daß dem Wirth Kasp. Krawinkel 13 Thr. 23 Sgr. und 11 Pf. in Verwahr gegeben wurden.

Durch die wechselhaften Verhältnisse verunsichert, stand schon damals bei den Schützen die finanzielle Lage der Gesellschaft im Vordergrund. Man war sich klar geworden, daß besonders die Schützenfeste nicht mehr ohne eine gute finanzielle Grundlage sorgenfrei vorbereitet und durchgeführt werden konnten. Aus der Kassenaufstellung ergibt sich, daß auch schon eine Lustbarkeitssteuer gezahlt wurde. Für den Tanzschein und die Polizei wurden 15 Sgr. abgeführt (Thr. = Thaler, Sgr. = Silbergroschen, Pfg. = Pfennig).

Es ist sicher der Beachtung wert, auch einmal den finanziellen Rahmen und die Preisgestaltung aufgelistet zu sehen, die ausführlich im Jahre 1859 aufgezeichnet ist. Handelte es sich doch darum, das Jubeljahr entsprechend geldlich auszustatten. Als größere Ausgabe wird die Anschaffung einer Königskette genannt. Eine silberne Kette löste die bisher aus Messing gearbeitete Kette ab.

 

Recht interessante Kostenaufstellung aus dem Jahre 1859. Die Einnahmen werden in einer Summe genannt, dagegen die Ausgaben aufgegliedert.

Uebertrag 12 Thr. --- Sgr. - Pfg.
4. für den Büchsenmacher   4   " 12   " 6  "
5. für die Scheibe 25   "
6. für die Polizei 15   " ---   "
7. für Botengeld   2   "    -   " -  "
8. für Bier, Butterbrode für die Musikanten   2   " 14   " -  "
9. für einen Brief Stecknadeln 4  "
10. für den König Karte und Schenkgeld   1   "   2   " 6  "
11. für die Medaille an den König   1   "   -    "     "
12. für die Medaille   1   "          -    "           "          

Siimma

25 Thr. 13 Sgr. - Pfg.
1)ie Einnahmen für das Jahr 1859 betrugen 35   " 13   " -   "
1)ie Ausgabe für (1as Jahr 1859 betrug 25   "         13   "        -   "          

bleibt

10 Thr.    - Sgr. - Pfg.
Dazu ab für die Armen   1   "   -   "      "  

bleibt

  9 Thr. --- Sgr. - Pfg.
Dazu der Ueberschuß vom Jahre 1859 13  "         23  "         - Pfg.        
22 Thr. 23 Sgr. - Pfg.
Davon ausgegeben für die neue Kette 15  "         15  "         -  "           

Bestand

   7 Thr.    8 Sgr. - Pfg.

 

Die sehr kostbaren und of sehr schönen Königsschilder sind vom Jahr 1850 an in ununterbrochener Reihenfolge vorhanden. Im Jahre 1859 wird dazu ausdrücklich beschlossen, dem jeweiligen König eine Erinnerungsmedaille zu verleihen.

Was wäre die Cronik einer Schützengesellschaft wert, ohne die zeitlich geordnete Aufzählung ihrer Könige ab dem Tag der Gründung bis heute. Hier wurde von den Chronisten der Pluggendorfer Schützengesellschaft eine vorzügliche Arbeit geleitet. Die Durchsicht der alten Unterlagen gibt aber keinen genauen Aufschluss über die bürgerliche, d.h. die zivile Führung der Gesellschaft. Durch die jährliche Nachfolgeregelung bei den Königen stellt sich  zwangsläufig die Frage nach der damals längerfristigen Geschäftsführung innerhalb des Vereins. Wenn darüber auch wenig zu erfahren ist, so gilt es doch als sicher, dass das Vereinsleben immer in guten Händen gelegen hat.

Erst aus späteren Protokollen ergeben sich Anhaltspunkte über eine übergeordnete Funktion in der Gesellschaft. Die Mitgliederlisten - sie enthielten Zu- und Abgänge von Mitgliedern sowie den Mitgliederbereich betreffende Anmerkungen - sprechen nun laufend von Huster (Hausherr) und vom Scheffer (Schaffner oder Ordner). Diese Aufzeichnungen rühren auch aus dem Jahr 1859 und lassen erkennen, dass der "Hausherr" den Vereinsvorstand bildete. Diese interessante Eintragung ist dann auch der gesicherte Zeitpunkt der nachweisbaren nahtlosen Folge aller weiterer Vorsitzenden der Pluggendorfer Schützengesellschaft.

Dem "Scheffer" - oft auch Bier-Scheffer genannt - oblag die Organisation der Bewirtschaftung innerhalb der Gesellschaft. Verständlich war auch, dass man sich für dieses Amt nicht aufdrängte, denn es war mit viel Mühe verbunden. Beim geselligen Zusammensein musste man auf manches verzichten. Der "Büchsenscheffer" war für die Artillerie - das Waffenwesen - verantwortlich, sorgte sich um die Gewehre, die Munition sowie die "Schießordnung" beim Königsschießen.

Gleich drei Balldirektoren wurden in der Generalversammlung 1859 gewählt. Die Balldirektoren waren für die Abwicklung des Programms verwantwortlich und mussten so auch die bei den Schützen so beliebte Polonaise zu Beginn aller Festlichkeiten anführen. Es war das Vorjahr zum 50jährigen Bestehen und alles war darauf abgestellt, das erste Jubiläum der Gesellschaft auch zu einem Erfolg werden zu lassen.

Lange Jahre hatte man ein eigenes "Quartier" zur Feier des Schützenfestes, den in Pluggendorf liegenden "Alten Krug". Der Besitzer selbst war ein eifriger Schütze (Krawinkel). Später fanden die Schützenfeste im "Neuen Krug" statt.

Schon an dieser Stelle sein hinzugefügt, dass die Feste ab dem Jahr 1895 im neu erbauten "Schützenhof" stattfanden. Hier fanden die Schützen vom Raum- und Platzangebot sowie anderer Möglichkeiten her eine echte Heimat. Auch traf man sich mit Schützen der anderen Gesellschaften, denn Konkurrenz gab es höchstens bei den Schießwettbewerben, sonst nicht. Was zählte, war die Kameradschaft untereinander.